Erprobungsstufenkonzept

Das Erprobungsstufenkonzept der Johann-Gutenberg-Realschule

Der Eintritt in die weiterführende Schule ist für viele Kinder ein bedeutsamer Einschnitt. Die Johann-Gutenberg-Realschule unterscheidet sich als großes System mit ihren ca. 560 SchülerInnen und den ca. 40 Lehrkräften deutlich von der im Gegensatz dazu überschaubaren Grundschule. Somit erwartet unsere Lernanfänger nicht nur ein erweiterter Fächerkanon mit dem Fachlehrersystem, eine festere Zeitstruktur, eine neue Klassengemeinschaft, eine andere Lern- und Arbeitsweise, sondern auch ein großes Schulgebäude mit vielen SchülerInnen, die zum Teil erheblich älter sind. Auch der Schulweg birgt neue Erfahrungen: Viele SchülerInnen werden aufgrund des Schulwechsels zu FahrschülerInnen. Zu diesen rein organisatorischen veränderten Außenbedingungen kommen noch die unterschiedlichen Schulerfahrungen hinzu, die die einzelnen SchülerInnen aus ihren Grundschulen mitbringen, wie z. B. Kenntnisse und Fähigkeiten im methodischen Bereich. Die neuen Klassengemeinschaften stellen zudem für die SchülerInnen eine besondere Herausforderung im sozialen Bereich dar. Regeln des Zusammenlebens müssen in Klassenordnungen erarbeitet werden, wobei besonders die Kooperationsfähigkeit im Mittelpunkt steht. Aus diesen genannten Bedingungen ergeben sich für unsere Arbeit in der Erprobungsstufe unterschiedliche Schwerpunkte:

  • Klasseneinteilung unter Berücksichtigung der Herkunftsgrundschule und des Elternwunsches
  • Kleine Klassenlehrerteams
  • Methoden lernen (z.B. Hausaufgaben, Effektives Üben in Klasse 5)
  • Patenschaften mit SchülerInnen der 9. Klassen
  • Individuelle Förderung im Bereich Deutsch und Mathematik
  • Wandertage und Klassenfahrt in Klasse 5

Elterninformation vor der Anmeldung
Vor dem offiziellen Anmeldetermin der Stadt Dortmund führt das Kollegium der JGR einen Tag der offenen Tür, Schnupperunterricht für die neuen SchülerInnen des Jahrgangs 5 und einen Informationsabend jedes Jahr im November und im Januar durch (Die aktuellen Termine entnehmen Sie bitte unserer Homepage). Hier präsentieren sich die einzelnen Fächer in Klassen- oder Fachräumen. VertreterInnen des Fördervereins der JGR sowie der Schulpflegschaft stehen dabei ebenfalls für Informationen zur Verfügung. Das Ziel dieses Tages der offenen Tür soll es sein, die Schule mit ihren Möglichkeiten und Anforderungen darzustellen und die Eltern nach Wunsch intensiv zu beraten. Der Schnuppervormittag ist aber vor allem auch für GrundschülerInnen als erster Kontakt zu einer weiterführenden Schule hilfreich. Tiefer gehende Informationen und individuelle Beratungen erhalten Sie abschließend auf unserem Informationsabend.

Klassenbildung und KlassenlehrerInnen
Die Klassen werden nach Grundschulzugehörigkeit und unter regionalen Gesichtspunkten gebildet. Schon frühzeitig erfolgt die Festlegung der Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer für das folgende Schuljahr. Es wird bei der Stundenverteilung darauf geachtet, dass möglichst wenige FachlehrerInnen mit möglichst vielen Fächern in einer Lerngruppe eingesetzt werden sollen. Dies ermöglicht eine nachhaltige Betreuung der Lerngruppe, da sich die LehrerInnenteams schnell und effektiv austauschen können. Somit kann Lernschwierigkeiten und auch sonstigen Problemen innerhalb der Klasse umgehend entgegengewirkt werden.

Die ersten Schritte an der neuen Schule

Kennenlernen vor den Sommerferien
Bereits vor den Sommerferien lernen sich zukünftigen SchülerInnen bei einem Spiel- und Sportnachmittag kennen. Hierbei erfolgt die Einteilung der SchülerInnen nach ihrer zukünftigen Klassenzugehörigkeit. Den Kindern und LehrerInnen wird somit die Gelegenheit zur ersten Kontaktaufnahme gegeben. Die erste Scheu vor der "neuen" Schule wird genommen. Gleichzeitig haben die Eltern die Möglichkeit, sich auszutauschen und die Schule intensiver kennen zu lernen. Zudem können die Eltern die Bücher, die im Eigenanteil erworben werden müssen, über den Förderverein bestellen. Die Bücher werden dann zu Beginn des Schuljahres an die SchülerInnen ausgegeben.

Die ersten Schultage

Am ersten Schultag haben die SchülerInnen mit ihren Eltern die Möglichkeit, an einer von SchülerInnen der 6. Jahrgangsstufe gestalteten ökumenischen Feier teilzunehmen. Die offizielle Begrüßung erfolgt in der Schule durch den Schulleiter. Im Anschluss an diese kleine Begrüßungsfeier begeben sich alle neuen SchülerInnen mit ihrer/ ihrem KlassenlehrerIn in den Klassenraum. Dort erhalten sie neben dem neuen Stundenplan auch andere wichtige Informationen. Ein genauer Zeitplan wird bereits am Kennenlerntag vor den Sommerferien an Eltern und Kinder herausgegeben.

Die erste Schulwoche
In der ersten Woche sollen die SchülerInnen die Gelegenheit erhalten, die JGR als Lernort kennen zu lernen. Im Mittelpunkt steht dabei, ein enges Verhältnis zum/ zur KlassenlehrerIn aufzubauen und als Lerngruppe zu einer Gemeinschaft zusammenzuwachsen. Da den KlassenlehrerInnen in dieser Phase eine große Bedeutung zukommt, werden sie in der ersten Woche ausschließlich in ihrer Klasse eingesetzt. Dabei werden folgende Punkte durchgeführt:

  • Hinweise zum Schulalltag (z.B. der Vertretungsplan, das Lehrerraumprinzip)
  • Kennenlernspiele, Klassenfoto, Schulrallye
  • Orientierung in der Schule und Schulumgebung
  • Erste Hinweise zur Hausordnung
  • Erste Ämterverteilung
  • Erste Ausflügen, um sich gegenseitig besser kennen zu lernen

Die weiteren Aktivitäten in der Erprobungsstufe

Die Methodentage
Die Fächervielfalt und der zunehmende Umfang von Hausaufgaben und Klassenarbeiten stellt eine große Herausforderung für unsere SchülerInnen dar. Wir versuchen, sie dahingehend zu unterstützen, ihren Schulalltag zunehmend selbstständig zu meistern und sich zielgerichtet auf Klassenarbeiten vorbereiten zu können. Dazu führen wir pro Jahrgang zwei Methodentage durch. Im Jahrgang 5 beschäftigen wir uns intensiv mit den Themen Hausaufgaben und Effektives Üben.

Die Patenschaften

Es hat sich in den letzten Jahren bewährt, dass SchülerInnen aus der 9. Jahrgangsstufe Patenschaften für die neuen 5. Klassen übernehmen. Die PatInnen helfen bei kleineren Konflikten, geben Ratschläge und haben ein offenes Ohr für Probleme. Zudem bauen die neuen SchülerInnen ihre Hemmungen im Umgang mit deutlich älteren MitschülerInnen ab. Die PatInnen begleiten die Klasse auch bei Wandertagen und sonstigen Aktivitäten (z.B. Backen in der Vorweihnachtszeit, Karnevalsfeier).

„Wir lassen keinen zurück!“
Das Fördermodell in der Erprobungsstufe der Johann-Gutenberg-Realschule umfasst die Fächer Deutsch, Mathematik und auch das Fach Englisch.
Nähere Beschreibungen des Förderkonzeptes finden sich auf unserer Homepage unter dem Bereich „Individuelle Förderung“.

Die Klassenfahrt
Im fünften Schuljahr soll eine dreitägige Klassenfahrt durchgeführt werden. Diese Fahrt soll einen Beitrag zum sozialen Lernen leisten und ermöglicht auch außerschulische Berührungspunkte zwischen SchülerInnen und LehrerInnen. Die SchülerInnen lernen alle MitschülerInnen aus der gesamten Jahrgangsstufe kennen und können so über die Klassengemeinschaft hinausgehende Kontakte knüpfen.

Zusammenarbeit mit den Eltern
In der Jahrgangsstufe 5 erhalten die Eltern eine Informationsschrift „Schul-ABC“ mit allen wichtigen Informationen über die JGR. Steht an diesem Elternabend noch die neue Schule mit ihren Gepflogenheiten im Vordergrund, so erhalten die Eltern der Jahrgangsstufe 6 ausführliche Informationen über das Verfahren am Ende der Erprobungsstufe. Zusätzlich zu den Elternpflegschaftsabenden werden in manchen Klassen Elternstammtische eingerichtet.