Methodenkompetenztraining an der Johann-Gutenberg-Realschule

Da sich im Laufe der Zeit unsere Gesellschaft und der Berufsalltag so verändert hat, dass ein lebenslanges Lernen für jeden erforderlich ist, arbeitet die Johann-Gutenberg-Realschule an dem Erwerb einer grundlegenden Lernkompetenz ihrer SchülerInnen. Kompetenzen wie z.B. effektives Üben sowie Lesetechniken bilden die Basis für erfolgreiches Lernen und Spaß in der Schule. Daher führen wir zur Zeit in den Jahrgangsstufen 5 bis 7 Methodenbausteine zum Thema „Lernen lernen“ durch. Der Inhalt dieser Bausteine ist angelehnt an das Lernkonzept der Realschule Enger als auch an die Methodenbausteine von H. Klippert. Diese Bausteine geben den SchülerInnen die Möglichkeit weitere Lernkompetenzen zu erwerben und diese in verschiedenen Bereichen (Gruppenarbeit, Projekten) anzuwenden. Die Erarbeitung der Bausteine erfolgt an Schwerpunkttagen, an denen kein Unterricht nach Plan stattfindet.

Folgende Methodenbausteine werden in den Jahrgangsstufen durchgeführt:
Jahrgangsstufe 5: Einführungswoche, Hausaufgaben, effektives Üben
Jahrgangsstufe 6: Lesetechniken, Markieren und Strukturieren
Jahrgangsstufe 7: Zeitplanung, Informationsbeschaffung
Jahrgangsstufe 9: Stressfrei präsentieren und Projektmenagement in Kooperation mit der Continentale Versicherung

Jgst. 5: Einführungswoche an der JGR

Diese Woche findet am Anfang der Klasse 5 Dienstag- bis Donnerstagvormittag statt, der reguläre Unterricht beginnt in der Regel am Freitag.

Die Einführung erfolgt hauptsächlich durch den Klassenlehrer, unterstützt wird er bei Bedarf durch Fachlehrer.

Gestaltet wird diese Woche u.a. auch durch Schüler- bzw. Elternwünsche, denn Schüler, Lehrer und Eltern der Klasse sollen voneinander wissen, welche Wünsche sie allgemein mit dem Beginn der Sekundarstufe I verbinden und was sie sich für die Gemeinschaft der Klasse 5 vorstellen.

Vermittels von Spielen, Gesprächsrunden, Kooperationsübungen, Begehung von Schulwegen, etc. sollen die Schüler

  • MitschülerInnen, Klassenleitung, Räume und Umgebung kennen lernen
  • sich als Klassenteam erfahren
  • durch - etwa das Anlegen eines Hausaufgabenheftes- Organisationshilfen erhalten und so z.B. in die Lage versetzt werden einen Tornister nach Stundenplan zu packen.

Jgst. 5: Hausaufgaben

Hausaufgaben sind ein unverzichtbarer Bestandteil unterrichtlichen Geschehens, ohne den ein effizienter Unterricht nicht durchführbar ist.
Vor dem Hintergrund pädagogischen Handelns stellen Hausaufgaben eine wichtige Ergänzung des täglichen Lernprozesses dar.
Hausaufgaben sind naturgemäß mit Mühe und Anstrengung verbunden, führen bei richtiger Anwendung aber auch zu Erfolgserlebnissen.

Ziele und Funktionen von Hausaufgaben

- Disziplinierung/ Ritualisierung des Arbeitsverhaltens
- Überprüfung der individuellen Leistung der Schüler
- Festigung des Lerninhaltes (auch als Vorbereitung auf Klassenarbeiten)
- Autonomie der Schüler/ Selbstorganisation
- Erweiterung der Methoden- und Medienkompetenz
- Anwendung von Lern- und Arbeitstechniken
- Berücksichtigung des individuellen Lerntempos
- kontinuierliches Arbeiten
- Transparenz des Schulstoffes und des Lernfortschrittes

Realisierung dieser Ziele durch einen 9-Punkte-Trainingsplan

- Notierung der Hausaufgaben im Hausaufgabenheft
- Die Hausaufgaben ausgeruht beginnen
- Ins Hausaufgabenheft schauen
- Mit einer leichten Aufgabe beginnen
- Angefangene Aufgabe zu Ende führen und kontrollieren
- Fertige Aufgabe abhaken
- Zwischen mündlichen und schriftlichen Aufgaben abwechseln
- Nach erledigter Aufgabe Belohnung durch Erholungspause
- Nach Beendigung der Hausaufgaben Schultasche packen, dabei auf den Stundenplan und ins Aufgabenheft schauen

Jgst. 5: Effektives Üben

Schüler/innen lernen den Lernstoff in kleine "Häppchen" aufzuteilen. Schüler/innen erkennen, dass kurze Lernphasen für das Behalten effektiver sind. Schüler/innen erfahren, dass die Pause ein wichtiger Bestandteil der Arbeitszeit ist und mehrere Wiederholungen die Behaltensleistung steigern. Inhalte - Langzeitexperiment, z.B. Wörter behalten - indviduelle Tages- und Wochenplanerstellung - aktive Erziehungsberechtigtenarbeit ist erwünscht bei der Tages- und Wochenplanarbeit

Jgst. 6: Lesetraining

Ziele:

- SchülerInnen sind in der Lage Texte für sich zu erschließen und zu verstehen.
- SchülerInnen werden befähigt mit den Lesetechniken Texte zu selektieren und Wichtiges und Unwichtiges zu trennen.

Inhalte:

Empfehlenswert ist daher die Anwendung der 5-Gang-Lesetechnik:

a) Überfliege grob!
b) W-Fragen (wer? wo? wann? was? wie? warum?)
c) Lies gründlich und unterstreiche die Antworten auf die W-Fragen.
d) Schlüsselbegriffe farbig markieren
e) Wiederholung des Inhalts
 

Jgst. 6: Lesepatenschaft

Nach einem Lesetest werden die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6 Klasse für Klasse in 2er-Teams eingeteilt. Ein etwas besserer und ein etwas schlechterer Leser werden so nach einem festgelegten Prinzip als Lesepaten zusammengestellt. Einer liest dem anderen laut vor, während der auf die Aussprache achtet, aber auch nachhakt, ob der Leser alles verstanden hat. Gegebenenfalls muss etwas notiert und nachgeschlagen werden. Ganz genau wird auch auf kleinere Verleser geachtet. Das "Eingreifen" geschieht natürlich höflich und freundlich. Nach einer Weile wird getauscht. Das Lesepaten-Projekt wird dreimal in der Woche für 20 Minuten durchgeführt. Für je 2 x 2 Klassen wurden zwei volle Bücherkisten angeschafft sowie für jedes Kind ein Sitzkissen, damit man auch bei schönem Wetter draußen lesen kann. Außerdem stehen jeder Klasse je 5 neue umfangreiche Wörterbücher zur Verfügung. Jedes Kind erhält ein Lesekärtchen, um sich ausweisen zu können. Auch die Bücherkisten werden von Schülern mittels Listen betreut. Jedes Buch wurde zweimal angeschafft. Die Auswahl der Titel erfolgte nach einer Schüler/innenbefragung.
Das Projekt wird seit 2008 etwa 10 Wochen durch die Deutschlehrer/innen durchgeführt. Es werden in diesem Zusammenhang Lesetests mit den Schülerinnen und Schülern durchgeführt, die zunächst die Lesegeschwindigkeit und dann das Leseverstehen überprüfen.

Jgst. 6: Markieren und Strukturieren

Ziele:

• Schlüsselbegriffe erkennen
• systematisch markieren
• Strukturen bilden, Informationen einordnen
• Textinformationen auswerten und in Schemata, Tabellen etc. zusammenfassen

Inhalte:

• Warum muss man Texte eigentlich markieren?
• Welche Werkzeuge braucht man zum Markieren und Strukturieren? Eine Arbeitsanleitung hilft weiter!
• Was sind Schlüsselwörter? Was sind Nebeninformationen?
• Wie kann man mit Hilfe von Schlüsselwörtern den Inhalt wiedergeben?
• Wie kann man den Inhalt eines Textes in Form einer Tabelle oder eines Schemas wiedergeben?

Jgst. 7: Zeitplanung

Ziele:

    Bewusstmachen der eigenen Zeitgestaltung
    Persönliche Zeiteinteilung untersuchen und reflektieren
    Hintergrundwissen zur besseren Zeiteinteilung erlangen
    sinnvoll und überlegt mit der zur Verfügung stehenden Zeit umgehen

Inhalte:

a) Einteilung meines Tages (stundenweise)
b) Poster mit eigenem Biorhythmus
c) Wann habe ich Zeit für Hausaufgaben?
d) Wann habe ich Zeit für meine Freizeitaktivitäten?

Jgst. 7: Informationsbeschaffung

"Ich muss nicht alles wissen, ich muss nur wissen, wo es steht."

I. Ziele/ Funktionen der Informationsbeschaffung

Es ist wichtig, sich eigenständig Informationen beschaffen zu können, um themenspezifisch und themengerecht arbeiten zu können.
Weiterhin muss die Fähigkeit der Informationsselektion (Auswahl der Informationen) trainiert und angewandt werden, damit die notwendigen Daten verarbeitet und vernetztes Denken gefördert werden.

Folgende Möglichkeiten der Informationsbeschaffung bieten sich an:

- Arbeiten mit Nachschlagewerken
- Internet - Suchmaschinen
- Computernachlagewerk "Encarta"
- Internet Anweisung Recherche
- Archive/ Schulbibliothek/ Bücherei
- regelmäßige Lektüre einer Wochen- bzw. Fachzeitschrift/ eines Magazins
- Begriffserklärungen
- Thematische Einteilung

Jgst. 9 - Stressfrei Präsentieren in Kooperation mit der Continentale

Um punkt 8.45 Uhr steht die Klasse 9c  der Johann-Gutenberg Realschule vor dem Haupteingang der Continentale in Dortmund.
Die Schüler sind aufgeregt  und gespannt, was sie erwartet. Dann kommen zwei sehr schick gekleidete Mitarbeiter, ein junger Mann und eine junge Frau, um die Klasse abzuholen. Es sind Auszubildende und einer davon sogar ein ehemaliger Schüler der Johann-Gutenberg-Realschule erfährt die Schülergruppe schnell.
Dieses Projekt wurde durch die Lehrerinnen Nathalie Kehls und Claudia Werner in Kooperation mit den Ausbildungsleiterinnen Kerstin Rottke und Alexandra Möller auf den Weg gebracht und zunächst in einem 10er Sowi-Kurs getestet. Dann wurde in allen neunten Klassen der Johann-Gutenberg-Realschule das Training in Kooperation mit der Continentale als Methodentag durchgeführt. Die Auszubildenden Mirko Matic, Ulrike Munze, Teresa Radun und Bianca Risken haben diesen Tag selbst vorbereitet und erklären Schülerinnen und Schülern, worauf es bei einer guten Präsentation ankommt.
Die Auszubildenden stellen sich vor. Die Klasse ist ruhig und erfährt den genau kalkulierten Tagesplan. Es wird um Präsentationsvorbereitung, Zuhöreranalyse, professionelle Recherche, inhaltliche Struktur, Visualisierung/ Medieneinsatz, persönliches Auftreten, freies Sprechen und um die Vorbereitung und Durchführung einer Abschlusspräsentation gehen.

Jetzt sind die Schüler an der Reihe: Was finden sie bei einer Präsentation wichtig?
Dann kommen die Themen Zuhöreranalyse, professionelle Recherche und inhaltliche Struktur dran, bei denen die Klasse gespannt zuhört. Es scheint ihnen wirklich wichtig zu sein, denn sie machen sich ohne Aufforderung Notizen. Wer hat nicht schon einmal ein Referat halten müssen und somit gehen diese Punkte jeden im Raum etwas an! So lernen sie, dass die Zuhörer eines Vortrages z.B. beim Lesen 10%, beim Hören 20%, beim Sehen 30%, beim Sehen und Hören   50% behalten. Wenn man selbst vorträgt kommt man auf 70% und am meisten erreicht man, wenn man etwas selbst ausführt, nämlich 90%.
Zwischendurch eine Pause, in der die Schülerinnen und Schüler über das Gelernte reden.
Es geht weiter: Visualisierung/ Medieneinsatz, persönliches Auftreten und freies Sprechen sind jetzt die Stichworte. Man muss auf viele Punkte achten. Eine treffende Überschrift, die Begrenzung der Informationsfülle, einfache Formulierungen, ausreichender Zeilenabstand, Lesbarkeit und dass Bild und Text zusammen passen – das alles ist wichtig! Einfach Medien einsetzen? So leicht ist das nicht! Freie Sicht, genügend Zeit zum Aufnehmen, zum Beispiel einen Zeigestock zu benutzen ist gut. Passende Medien, angemessene Kleidung, das Herstellen von Blickkontakt, Mimik und Gestik gehören auch dazu. Man sollte Pausen einsetzen und Ruhe und Sicherheit ausstrahlen. Ein selbstbewusstes Auftreten ist von Vorteil jedoch …

Ein wildes Gekicher bricht aus. Damit es auch jedem klar wird, kommt ein Auszubildender in Badehose, T-Shirt und Flip-Flops in den Raum hinein. Er will damit zeigen, dass  man sich für jede Präsentation, Bewerbung oder auch für einen Vortrag in der Schule Gedanken über sein Äußeres machen soll und auch wenn man sich in seiner Freizeit so am wohlsten fühlt, für einen Vortrag ist dieses Outfit sicher nicht geeignet. Zum Schluss gibt es noch Tipps für den Umgang mit einem Blackout.

Danach müssen die Schüler das Gelernte selbst umsetzen und in Gruppen eine Präsentation über ihre eigene Schule – die Johann-Gutenberg-Realschule -  vorbereiten.
Dafür haben sie 40 Minuten. Nach einer Stärkung durch das Mittagessen in der Kantine  müssen immer zwei  aus der Gruppe das Thema präsentieren. Gar nicht so leicht, die vielen Punkte zu berücksichtigen!
Am Ende bekommt die Klasse noch eine Mappe, in der die gelernten Dinge zusammen gefasst sind.

Nicht nur Lars Bartholmey aus der Klasse 10c, der für die Schüler aus dem 10er Sowikurs spricht, ist der Meinung: „Es lohnt sich, an der Methodenschulung „Stressfreies Präsentieren“  der Auszubildenden der Continentale teilzunehmen. Die Inhalte wurden uns einwandfrei nahegebracht und erläutert. Die Auszubildenden verwendeten anschauliche Plakate und gaben Tipps zur Verbesserung von Vorträgen, die wir selber gehalten haben. Die Erfahrungen und Ratschläge sind hilfreich für Vorstellungsgespräche, oder Vorträge in der Schule oder der Ausbildung. Das Klima während der Schulung war sehr entspannt.“ Das deckt sich übrigens auch mit den Meinungen aus den 9. Klassen. „Das ganze Seminar war sehr gut strukturiert und wurde durch gute Tafelbilder gestützt. Ich denke, dass man das Seminar auf jeden Fall auch mit den nachkommenden Klassen machen sollte, da es sonst ein großes Versäumnis wäre.“  Oder „Die Seminarleiter haben uns sehr gute Tipps gegeben!“ – so die einhellige Meinung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die auch in einer anonymen Umfrage bestätigt wurde, in der auch noch einmal deutlich wurde, dass sich ein Großteil der Schüler nun sicherer fühlt, wenn es um das Präsentieren geht.

Kerstin Rottke, Ausbildungsleiterin der Continentale, sieht in solchen Angeboten nur Vorteile – für beide Seiten: „Unsere Auszubildenden profitieren von diesem Tag, weil es für sie eine gute Übung für projektorientiertes Lernen ist, auf das wir viel Wert legen. Denn neben den fachlichen Qualifikationen, die sie erwerben müssen, möchten wir unseren Auszubildenden auch Schlüsselqualifikationen wie die Fähigkeit zur Teamarbeit und zum selbstständigen Arbeiten vermitteln.“ Alexandra Möller – ebenfalls Ausbildungsleiterin der Continentale – will das Projekt auf jeden Fall weiterführen.  

Jgst. 9 - Projektmenagement in Kooperation mit der Continentale

Am 02.10.2014 war die Klasse 9d in der Continentale in der Dortmunder Innenstadt. Es ging direkt in den Seminarraum ins Schulungsgebäude. Nach einer kurzen Vorstellrunde sind wir die Themen des Tages durchgegangen. Als erstes haben wir ein Spiel als Warm up gemacht. Danach haben wir jede Menge Aufgaben erledigt, die uns 4 Auszubildende der Continentale gegeben haben. Schon bei dem Warm up ging es um Teamarbeit. Wir mussten uns nach verschiedenen Kriterien auf einer Linie aufstellen und durften dabei aber nicht reden. So mussten wir uns nach der Größe oder dann nach dem Alter aufreihen etc.
Dann gab es einen theoretischen Teil, bevor die nächste praktisch Aufgabe kam. Da gab es 4 Freiwillige aus unserer Klasse. Sie haben jeweils ein Objekt bekommen und sollten dazu eine Geschäftsidee entwickeln. Die Aufgabe war sehr witzig und hat auch die Fantasie gefördert.
Dann kam noch einmal etwas Theorie. Wir mussten z.B. wie bei einem Einstellungstest die einzelnen Arbeitsschritte eines Projektes in die richtige Reihenfolge bringen.
Die nächste Aufgabe war dann die letzte und das war, dass wir einen Eierwurf aus dem 2. Stock vollziehen mussten. Wir haben Material bekommen, um es zu einem Objekt zu machen, damit das Ei heile am Boden ankommt. Wir schrieben unsere Ideen für die Umsetzung auf Flipchart-Plakate und präsentierten sie der Klasse.
Zwischendurch gab es eine sehr leckere Mahlzeit.
Dann setzten wir unsere Ideen - wenn es ging - in den Gruppen um.

Alles in allem war es sehr gut! Es war alles sehr lustig und man hat eine Menge gelernt. 4 von 5 Eiern sind eile geblieben!!! Vielen Dank an die Auszubildenden und das Ausbildungsteam, dass sie sich so viel Arbeit gemacht haben! 

Lilli, Zakaria, Pia - 9d